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Albert
Roderich
*
1846 -
† 1938
war ein deutscher Dichter und Aphoristiker.
Wer
sorglos lebt in den Tag hinein,
Den werden bald Sorgen strafen;
Man
muß bei Tage wachsam sein,
Sonst kann man bei Nacht nicht
schlafen. |
Die
Freundschaft begeht zuweilen Dummheiten,
die Liebe oft, – der
Haß immer. |
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Das
Mißtrau'n ist ein zerbrochener Spiegel,
Das schönste
Gesicht schaut hinein,
Eine Fratze heraus.
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Schöne
Weiber, die nichts taugen,
Fangen Männer mit den Augen;
Aber
Frauen von echter Güte
Gewinnen die Herzen mit dem
Gemüthe.
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Deinem
Mut wird's nicht schaden,
Bleibst fern du dem Schlimmen;
Man braucht
nicht zu baden,
Wo Haifische schwimmen.
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Eh'
bringst du Berge zum Reisen
Und hältst die Erde still,
Als
jemand was beweisen,
Wenn er nicht glauben will. |
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Kleiner,
lauf weg, wenn zwei Große sich schlagen,
Sonst mußt
du noch das Schmerzensgeld tragen.
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Das
ist beim Schaffen das Peinliche
Für die künstlerisch
Sehenden:
Es fehlt so oftt das Wahrscheinliche
Dem wirklich Geschehenden.
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Die
ihr strebt stets vergebens,
Daß euer Tun sich
ergänzt,
Ihr habt die Schule des Lebens
Zu oft wohl
geschwänzt.
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Wie schnell, wenn man ihn recht
besieht,
wird Menschenstolz zunichte;
Was auf unserer kleinen Erde
geschieht,
Das nennen wir Weltgeschichte
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