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"Die Freiheit der Meinung setzt voraus,
dass man eine hat.
"

(Heinrich Heine)

 

Alkäos
um 600 v. Chr.
altgriechischer Lyriker und Vorbild für Catull und Horaz

Frühlingstrunk

Seht, o seht, geliebte Brüder,
Lenz und Blumen kehren wieder,
Jauchzeit ihrer Wiederkehr!
Gebt mir gleich aus diesem Fasse
Von dem honigsüßen Nasse.
Hurtig! einen Becher her!


 

Unerträgliche Last ist die Armut:
sie knechtet das große Volk mit der Ratlosigkeit, ihrer grausamen Schwester, im Bunde.

 

Man sagt, daß Zorn das letzte ist, das an einem Manne alt wird.

 

Ohne des Zeus Willen fallen nicht einmal die Haare vom Haupt.

 

Ein Spiegel ist der Wein dem Menschen.

 

Nimmer darf sich das Herz dem Schicksal beugen;
denn von Sorgen, mein Freund, haben wir keinen Gewinn.

 

Auf Brüder...

Auf Brüder, laßt uns trinken!
Was warten auf die Nacht!
Schon ist der Tag im Sinken -
Her, was uns fröhlich macht!
Her den vollen, den schäumenden Becher,
Den Freudebringer, den Sorgenbrecher,
Her mit dem Wein,
Bruder, schenk ein,
Laßt uns trinken und fröhlich sein!

Bakchos hat ihn gegeben,
Daß er uns Tröster sei.
Von allem, was das Leben
Bedrückt, macht er uns frei.
Drum her den vollen, den schäumenden Becher,
Den Freudebringer, den Sorgenbrecher,
Her mit dem Wein,
Bruder, schenk ein,
Schenkt mir ein Glas ums andere ein!

 

 

Sagst du stets, was du willst, hörst du bald gar, was du nicht gewollt.

  

Im Wein ist Wahrheit.
In vino veritas!

 

Hitze

Netz die Lungen mit Wein! Heiß über uns wandelt die Sonne schon,
Alles schmachtet und lechzt unter der Wucht drückender Jahresglut;
Schmelzend süßes Gezirp tönt aus dem Laub, wo die Zikade rasch
ihre Flügel bewegt, denen der helltönende Sang entquillt.
Jetzt, zur Zeit wo die Golddistel erblüht, rasen die Weiber all,
Und die Männer sind schwach.
Mark und Gehirn trocknet des Sirius Gluthauch.

   

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