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Alkäos
um 600 v. Chr.
altgriechischer Lyriker und Vorbild für Catull und Horaz
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Frühlingstrunk
Seht, o seht, geliebte Brüder,
Lenz und Blumen kehren wieder,
Jauchzeit ihrer Wiederkehr!
Gebt mir gleich aus diesem Fasse
Von dem honigsüßen Nasse.
Hurtig! einen Becher her!
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Unerträgliche
Last ist die Armut:
sie knechtet das große Volk mit der
Ratlosigkeit, ihrer grausamen Schwester, im Bunde.
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Man sagt,
daß Zorn das letzte ist, das an einem Manne alt wird.
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Ohne des Zeus Willen fallen nicht einmal die Haare vom Haupt.
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Ein Spiegel ist der
Wein dem Menschen.
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Nimmer darf sich das
Herz dem Schicksal beugen;
denn von Sorgen, mein Freund, haben wir
keinen Gewinn.
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Auf Brüder...
Auf Brüder, laßt uns trinken!
Was warten auf die Nacht!
Schon ist der Tag im Sinken -
Her, was uns fröhlich macht!
Her den vollen, den schäumenden Becher,
Den Freudebringer, den Sorgenbrecher,
Her mit dem Wein,
Bruder, schenk ein,
Laßt uns trinken und fröhlich sein!
Bakchos hat ihn gegeben,
Daß er uns Tröster sei.
Von allem, was das Leben
Bedrückt, macht er uns frei.
Drum her den vollen, den schäumenden Becher,
Den Freudebringer, den Sorgenbrecher,
Her mit dem Wein,
Bruder, schenk ein,
Schenkt mir ein Glas ums andere ein!
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Sagst du stets, was
du willst, hörst du bald gar, was du nicht gewollt.
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Im Wein
ist Wahrheit.
In vino veritas!
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Hitze
Netz die Lungen mit Wein! Heiß über uns wandelt die
Sonne schon,
Alles schmachtet und lechzt unter der Wucht drückender
Jahresglut;
Schmelzend süßes Gezirp tönt aus dem Laub,
wo die Zikade rasch
ihre Flügel bewegt, denen der helltönende Sang
entquillt.
Jetzt, zur Zeit wo die Golddistel erblüht, rasen die Weiber
all,
Und die Männer sind schwach.
Mark und Gehirn trocknet des Sirius Gluthauch.
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