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Boëthius
* zwischen
475 und 480
- † zwischen 524 und 526
war ein spätantiker christlicher Philosoph.
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Auf
zweierlei beruht alle Wirkung menschlicher Handlungen, auf Wille und
Macht.
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Wer
kann Liebenden ein Gesetz vorgeben?
Liebe in sich ist ein bedeutenderes
Gesetz.
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Besiegte
Erde schenkt euch die Sterne.
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Nichts
ist flüchtiger als die äußere Form,
sie
welkt und vergeht wie die Blumen des Feldes beim Anbruch des Herbstes.
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Wenn
du dem Wind die Segel ließest, dann würdest du
fahren, nicht wohin dein Wille strebte, sondern wohin das Wehen triebe;
wenn du den Schollen den Samen vertrautest, würdest du
tragende und unfruchtbare Jahre unter sich abwägen. Du hast
dich dem Schicksal zur Herrschaft gegeben: du mußt dich in
die Gewohnheiten dieses Herren schicken. Du versuchst, den Schwung des
rollenden Rades aufzuhalten? Aber, törichtester aller
Sterblichen, wenn es zu stehen beginnt, hört es auf, Geschick
zu sein!
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Alles,
was ihr bewundert, kann sich in dem bißchen Glut eines
Dreitagefiebers auflösen.
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Der
Ast, der mit aller Gewalt nach unten bis auf den Boden
gedrückt worden ist,
ragt sofort wieder zum Himmel, sobald die
Hand, die ihn niederdrückte, losgelassen hat.
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Alles
Geschick ist von Grund auf gut.
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Wahrlich
nur das ist Elend, was du selbst dafür hältst,
und
jedes Los ist ein glückliches für den, der es mit
Seelenruhe aufnimmt.
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Bei
jeder Ungunst des Schicksals ist dies die unseligste Art des
Unglücks: glücklich gewesen zu sein.
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Bei
den Weisen bleibt überhaupt kein Platz für
Haß. Denn
wer - außer ganz großen Dummköpfen -
haßt wohl
die Guten? Die Schlechten aber zu hassen, ist sinnlos.
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Si
tacuisses, philosophus mansisses.
Wenn du geschwiegen
hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.
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Blickt
auf die Weite, die Festigkeit, die Raschheit des Himmels
und
hört einmal auf, Wertloses zu bewundern!
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Wen
das Glück zum Freunde macht, macht Unglück zum
Feinde.
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Hast
du also das Glück dir zum Herrn gewählt, so
füge dich seinen Launen.
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