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Zitate
von Emil Claar
eigentlich Emil Rappaport
* 1842 - † 1930
deutscher Schauspieler, Schriftsteller und Theaterintendant
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Lotterie
und
Erbschaft
Sind gefährliche Erwerbschaft,
Arbeitsfreude wird vergällt,
Wenn das Glück vom Himmel fällt.
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Tradition
Da keiner es wagt zu prüfen die Schwinge,
Der eine nur thut, was der andre gemacht,
Werden die allerdümmsten Dinge
Auf die späteste Nachwelt gebracht.
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Füllest
du auch mit Schätzen
Dein Heim, tagein, tagaus,
Durch nichts kannst du ersetzen
Ein fröhliches Lachen im Haus.
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Bist du
in Not -
Weiß jeder, wie du es machen gesollt,
Und bist du tot,
Sagt jeder, wie gerne er helfen gewollt.
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Wenn
die Frauen toll und wild
Uns in Eifersucht umwüten,
Meinen se nur sanft und mild
Ihre Liebe zu behüten.
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Mit
Schöpfungsfehlern, mit vielgestalten,
Ringet das ganze Weltenweben;
Doch fühllos kämpfen die Urgewalten,
Den Schmerz nur empfinden, die da leben.
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Unmittelbar
Du glatter Mann mit dem geistlichen Kleid,
Ich bitte dich, lass' mich im Sterben in Ruh.
Ruf' ich zu Gott in meinem Leid,
So brauch' ich keinen Vermittler dazu.
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Das Kind
und das
Tier und die Blume
Sie wurden in meinem Sein
Zum letzten Heiligtume,
Allanders ist schwere Pein.
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Wenn
allen ihren
Liedern
Das wahrhaft Hohe ferne,
Prunken sie mit dem Niedern,
Und nennen es: das Moderne.
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Weltbrauch
Wo du erhofft
Helfende That,
Entpuppt sich oft
Ein guter Rat.
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Da
endlich du im Glücke bist,
Erscheint es dir so schwer gefunden,
Erkämpft mit so viel tiefen Wunden,
Daß es für dich kein Glück mehr ist.
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Modernes
Streben
Der eine redet, der andre dichtet,
Der dritte entdeckt, der vierte reist,
Und alles ist darauf gerichtet,
Daß man nach ihnen mit Fingern weist.
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Die Leute
sagen
Ich weiß, die Leute sagen von mir gewöhnlich,
Ich wäre zu mild und zu versöhnlich,
Ich sei, so haben sie immer gemeint:
Ein guter Freund, doch ein schlechter Feind!
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Aus des
Alltags
Brauchgemeinheit
Rette deine innre Reinheit.
Groß zu denken unter Kleinen
Wird dich allem Großen einen.
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Du
harrst, ob
morgen nicht der Tag
Sich etwas milder zeigen mag,
Als heute dieser schwere war -
Und so verrinnet Jahr um Jahr!
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Ich
hoffe, daß
sich einst erfülle
Was uns das Leben auch verhehle,
Und daß sich nach entseelter Hülle
Uns zeige die enthüllte Seele.
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Menschen,
die
Gedanken haben,
Können schweigen – schweigen – schweigen
–
Und sich stumm und tief vergraben
In den Schatz, der ihnen eigen.
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Stolz und
ergeben
Tragen das Leben,
Heißt Ruhe erwerben
Zum Sterben.
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Die
Edlen wissen zu vergeben,
Ob auch ihr Stolz sich nur verhehle;
Doch unerschüttert bleibt im Leben
Der Groll in einer kleinen Seele!
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Die
Verratene
Verschneiter Morgen!
Über Nacht gewoben ein weißer Schleier!
O wär' es ein Linnen zur Leichenfeier
Den erwachenden Sorgen.
Jäh ging er fort, verschneit ist der Weg,
Dort ging er hin, verschneit ist die Brücke.
Verschneit ist der einzige Weg
Zum Glücke.
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Die Welt
ist so
groß und wir sind so klein!
Doch sind wir in heißer Umarmung allein,
Dann sinket die Welt in Dämmrung zurück -
Wie klein ist die Welt, wie groß unser Glück!
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