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Georg
Jacob Friedrich Paulus Hermann Dechent
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15.09.1850 - † 19.11.1935
war ein deutscher lutherischer Theologe und Pfarrer.
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Der Aphorismus
Wie manchmal ward ich tief empört
In meinem Sinne durch so manchen -ismus,
Doch heut' greif ich, wenn mich was stört,
Getrost zum blanken Aphorismus.
Und paßt es diesem oder jenem nicht,
Was ich gebracht aus der Erfahrung Schätzen,
So sag ich ihm gelassen ins Gesicht:
Ich will mich wehren, aber nicht verletzen.
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Der
ehrliche Hochmut kann mich nicht beleidigen, weil er beweist,
daß der andere dumm ist; die gnädige Herablassung
dagegen bringt mich in Harnisch, weil ich fühle, daß
der andre mich für dumm hält.
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An einen jugendlichen
»Übermenschen«
Du nennst dich einen »Übermenschen« stolz,
Weil dich das Wort ein großer Meister lehrte.
Ob nicht der Mann, auf dessen Wort du schwörst,
Für übermenschlich albern dich erklärte?
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Man
rät mir: Scheu die Menschen wie die Fliegen!
Du wirst an allen Enden ja betrogen.
Wie aber, wenn mirs lieber wär', belogen
Zu werden als auf der Lauer stets zu liegen?
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An das Leben
Wieviel, o Leben, dank ich dir,
Du Lehrer groß vor allen,
Ob auch dein Rat nicht immer mir
Im Augenblick gefallen.
Du wiesest mir so manche Kunst,
Die keine Meister lehren.
Du zeigtest mir als eitel Dunst,
Was viele heiß begehren.
Nun bitt ich um das Eine dich.
O woll mirs nicht versagen!
Die letzte Kunst noch lehre mich:
Mit heiterm Sinn entsagen!
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Gedächtnis
schwach – so lautet meine Klage.
Ich merk es, es nahen meine alten Tage.
Und doch fleh ich zu Gott in mancher Nacht:
Hilf mir vergessen, Herr, durch deine Macht!
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Für
überlebte kirchliche Einrichtungen sollte man nicht das
beneficium flebile senectutis (das beklagenswerte Vorrecht des Alters)
geltend machen.
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Der Haß
Der Haß wirkt wie ein Gift – das merkt dir
für dein Herze!
Die Wahrheit schützet dich gewiß vor manchem
Schmerze.
Vielleicht wirst du alsdann auch meine Losung fassen:
Ich hab mich viel zu lieb, um Andere zu hassen.
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Ein
Weib ist stark im Verzeihen, während es schwerer versteht;
der
Mann kann unter Umständen recht wohl verstehen, ohne doch zu
verzeihen.
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Wenn
ein feinfühliger Mensch einmal in seinem Verhalten entgleist,
wird es ihm schwer angekreidet; wenn aber ein Rüpel
ausnahmsweise sich einmal anständig geberdet, nimmt man den
Hut tief vor ihm ab.
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