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"Die Freiheit der Meinung setzt voraus,
dass man eine hat.
"

(Heinrich Heine)

 

Lisa Baumfeld

war eine österreichische Schriftstellerin.

Du sagtest mir in jener Stunde
Daß meine Seele reich ist…
Ich glaube fast, daß mir im Grunde
Nur alles, – alles – gleich ist.

Ich freu' mich jeder Seelenblüte,
Die fremden Athem haucht,
Seit jeder Kelch, der mir entglühte,
Erstarrt ist und verraucht…

Und fremde Blumen muß ich warten,
– Das lag mir einst so fern! –
… Weil ich den eig'nen, todten Garten
Vergessen will, so gern!  


Frühling

In der Luft, der frühlingsfeuchten,
Blitzt ein jähes, blondes Leuchten.
Lichte Strahlen rieseln nieder,
Singend haucht der schwere Flieder
Meine Träume aus, die alten duftigen Träume ...

Durch die Zweige wühlt ein Sausen,
Gottberauschtes, wirres Brausen ...
Durch den Himmel hör' ich's rasen,
Und in freudigen Ekstasen
Flammen Kelche empor, viel trunk'ne, sonnige Kelche ...


Bitte

Du stiller, blauer Alpensee
Schenk' mir von deinem Frieden,
Ertränke du mein altes Weh,
Erfrisch' den Geist, den müden!

Ich möchte die Libelle sein,
Die schwebend auf dir ruht,
Ich möchte eine Welle sein
Aus deiner klaren Flut!

Sieh' mir ins blasse Angesicht -
Erfüll', was ich begehrt!
Sag' an, löscht all' dein Wasser nicht
Die Glut, die mich verzehrt? ...


An ...

Um deine süße, grüne Seele
Ist mir so weh!
Daß ich sie dir im Frühling quäle
Mit Frost und Schnee.

Du Kind, das froh dem Sonnenleben
Entgegenblüht,
Mich hat das kranke Mondesweben
So bleich geglüht ...

Bleib' du! bleib' du an meiner Seite,
Mir ist so bang!
So lang, bis ich ins große Dunkel gleite!
- Vielleicht nicht lang -.

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