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Moritz
Carrière
*
05.03.1817
- † 19.01.1895
war ein deutscher Philosoph und Schriftsteller.
Wer die Lust zum Zweck
macht,
der setzt den Egoismus an die Stelle der Liebe,
der hebt den
Sittlichkeitsbegriff auf.
Seelenfriede, Freude sind Erfolge des
sittlichen Handelns,
was aus Freude am Guten geschieht, das ist auch
gut,
die Liebe zur Pflicht vollendet die sittliche Lebensreife. |
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Nur in der
Gemeinsamkeit mit anderen kann der Mensch seine Bestimmung erreichen,
kann
der Einzelne seine Eigentümlichkeit ausbilden
und als
selbstbewußtes Glied des Ganzen leben.
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Der Mensch
hat sein Selbstgefühl,
und so bald er sein Wesen denkend
erfaßt,
hält er es für unsterblich.
Das
bezeugt die Geschichte.
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Nicht jede
Tat bloß ist etwas Unwiderrufliches.
Auch jeder Gedanke,
jeder Entschluß
fördert oder hemmt fortan unsere
fernere Tätigkeit.
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Die Not, der Kampf ums
Dasein sind die Hebel unserer Entwicklung,
das Leid verhütet
den Übermut, die Überhebung, die Selbstsucht,
oder
straft und dämpft sie, Schmerz und Liebe erziehen die Seele. |
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Es ist
eine erstaunliche Tatsache der Erfahrung;
wo immer Menschen zusammen
sind, da bildet sich sofort eine Gewalt,
welche die
selbstsüchtige Willkür der Einzelnen dem Zwecke des
Ganzen unterordnet.
Diese Tatsache ist der Erfahrungsbeweis der
sichtlichen Weltordnung.
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Offenbarung
ist das Mächtigwerden und Sichbezeugen des allgemeinen Geistes
im einzelnen.
Unser Ursprung und unser Urstand ist in Gott,
darum
können seine Gedanken im Innersten des Gemüts uns
aufgehen,
und das ist immer der Fall, wo etwas Neues und
Großes,
etwas Allgemeingültiges in unserem
Bewußtsein aufleuchtet,
das der Menschheit
Bewußtsein erweitert und erhöht.
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Ein Volk,
das sich dem theoretischen und praktischen Materialismus ergibt,
wird
vom Rade der Geschichte zermalmt,
wenn es nicht langsam verwest,
denn
es gibt seine Seele auf.
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Das
Schöne ist eine Beseligung des ganzen Menschen, des geistigen
und sinnlichen;
es befriedigt unsere Vernunft und unser Gewissen,
indem
es dem Ohr sich einschmeichelt
und das Auge labt und ergötzt.
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Da Gesinnung und
Überzeugung außerhalb des Bereichs des Erzwingbaren
stehen,
so folgt das Recht der Gewissensfreiheit und ihre
Unantastbarkeit in der Rechtsgesellschaft. |
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