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"Die Freiheit der Meinung setzt voraus,
dass man eine hat.
"

(Heinrich Heine)


Petrus Abaelardus
* 1079 - † 1142
war ein umstrittener und streitbarer französischer Philosoph
und bedeutender Vertreter der Frühscholastik.

Man kann nichts glauben, was man nicht zuvor vernünftig begriffen hat und es ist lächerlich, andern zu predigen, was man weder selbst, noch der, dem man predigt, vernünftig begreifen kann.

Ich glaube, daß kein natürlicher fleischlicher Genuß als Sünde anzusehen sei, und daß nicht als Schuld zu rechnen ist, wenn man Genuß in einem Zustand findet, worin solcher notwendigerweise verspürt werden muß.

Denn nicht einem Menschen zu dienen,
ist schimpflich, sondern dem Laster.

Eine Regelung sollte sich nur mit dem Notwendigen befassen,
aber nicht mit dem Erläßlichen.

Die Heilige Schrift ist ein Spiegel der Seele. Wer in ihr liest, der weiß erst, was Leben heißt, wer sie versteht, dem erwächst die Frucht dieses Verständnisses.

Wer sähe nicht, wie anmaßend es auch wäre, über Sinn und Einsicht eines anderen zu urteilen? Denn allein vor Gott liegen die Herzen und Gedanken offen.

Winkte Errettung nur dann, wenn frühere Sünden mich reuten, dann versänke für mich Hoffen auf Rettung ins Nichts. Was ich begangen, es lebt so stark in freudiger Süße, daß mich die Tiefe der Lust noch im Erinnern umfängt.

IBei der Krankheit des Wortemachens muß man besondere Vorsichtsmaßregeln ergreifen, weil es eine gefährliche, ansteckende Krankheit ist.

Man muß wissen, daß Stoff und Form immer miteinander verbunden zugleich existieren, daß die Vernunft des Geistes aber die Kraft hat, bald nur den Stoff für sich, bald nur die Form, bald beide verbunden zu betrachten.

Laster ist also das, wodurch wir zum Sündigen bereit gemacht werden, das heißt, wir wären geneigt, in ein Tun oder Lassen einzuwilligen, das nicht recht ist.

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