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Jakob
Michael Reinhold Lenz
* 12.01.1751 - † 24.05.1792
deutscher Schriftsteller
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Willkommen kleine Bürgerin
Willkommen kleine Bürgerin
Im bunten Tal der Lügen!
Du gehst dahin, du Lächlerin!
Dich ewig zu betrügen
Was weinest du? die Welt ist rund
Und nichts darauf beständig.
Das Weinen nur ist ungesund
Und der Verlust notwendig.
Einst wirst du, kleine Lächlerin!
Mit süßerm Schmerze weinen
Wenn alle deinen treuen Sinn
Gott! zu verkennen scheinen.
Dann wirst du stehn auf deinem Wert
Und blicken, wie die Sonne
Von der ein jeder weg sich kehrt
Zu blind für ihre Wonne.
Bis daß der Adler kommen wird
Aus fürchterlichen Büschen,
Der Welten ohne Trost durchirrt -
Wie wirst du ihn erfrischen!
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Es ist
wahr, ich schmeckte schon
Augenblicke voll Entzücken,
aber Gott! - in Augenblicken
steht denn da dein ganzer Lohn?
Funken waren das von Freuden,
Vögel, die verkündten Land,
wenn die Seele ihrer Leiden
Höh' und Tief' nicht mehr verstand.
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Fühl
alle Lust, fühl alle Pein
Zu lieben und geliebt zu sein,
So kannst du hier auf Erden
Schon ewig selig werden.
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Muss denn
nicht jeder bittere Erfahrungen in der Welt machen, um die Welt
kennenzulernen?
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Unser Herz
Kleines Ding, um uns zu quälen,
Hier in diese Brust gelegt,
Wüßte mancher was er trägt,
Würde wünschen, tätst ihm fehlen.
Deine Schläge, wie so selten,
Mischt sich Lust in sie hinein
Und wie sind sie schnell, mit Pein
Jede Lust ihm zu vergelten!
Dennoch, weder Lust noch Qualen
Wär' weit schrecklicher als das.
Lieber schmelzt mein Herz zu Glas!
Meines Schicksals heiße Strahlen,
Lieben, hassen, streben, zittern,
Hoffen, zagen bis ins Mark.
Ach, das Leben wär' ein Quark
Tätest du es nicht verbittern.
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