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Aphorismen,
Gedichte von Otmar Heusch
* 1953
deutscher Lyriker und
Aphoristiker
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Manche
sind feinfühlig
flüsternd
rar an Worten
und
besitzen
dennoch
die Wirkung
Spiritus Rector
©
Otmar
Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Ehrlichkeit und
Toleranz sind
die Hosenträger der Freundschaft.
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Otmar
Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Der
Götterglaube lässt die einen hoffen
und die anderen zu Kriegern werden.
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Otmar Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Abschied
wird alles Denken Dir zur Last
und Deine Beine weinen laut
dann ist gebrochen jener Mast
dem man das Segel anvertraut
wird alles Liebe Dir zur Qual
und manche Augen sind gefüllt
mit Tränen und zum letzten Mal
Erinnerung den Geist umhüllt
wird alles Leben Dir zu schwer
und träumst Du an dem stillen Ort
dann gibt es keine Tränen mehr
denn nur das Sein ging leise fort
©
Otmar Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Dichterdramen
Des Dichters
lyrisch firm gemaltes Bild
nicht eingerahmt
und prompt verschollen
Ein metrisch wunderbares Werk
ist abgetaucht in einen Spalt
des öden Alltags
dunkelgrauer Stollen
Des Denkers
sprachlich fein gefülltes Skript
nicht aufgepasst
und schon verschwunden
Ein geistvoll offensives Stück
ist nun besudelt von Intrigen
des odiösen Diebes
opportune Runden
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Otmar Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Der gierige Reiche
verspeiste in seinem Geiz sogar den eigenen Butler.
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Otmar
Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Schönheit
ist Erkenntnis und erklärt sich selbst.
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Otmar
Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Regen auf
die Seele
Im Kopf werden die Tränen geboren
die als Regen auf die Seele rieseln.
Warme Tropfen quetschen sich
über die entblößte Schwelle nach
außen
um auf dem Asphalt zu erkalten.
Manche Tränen vergessen ihren Ursprung
und verdunsten zur stinkigen Ironie.
Einige riechen nach leidlichem Schicksal
und zeichnen ätzend Reliefs ins Gesicht.
Andere tanzen duftend im Clownsgesicht
und flirten mit der Hoffnung auf Zeitlosigkeit.
Die einen Tränen können vergiften
und die anderen Löscher in die Seele fressen.
Wieder andere schmecken wie süßer Honig.
Doch niemals sollte man Tränen verschenken
und bestimmte nur der Hoffnung widmen.
©
Otmar Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Gute Freunde sind die
Stoßdämpfer auf
der unebenen Straße namens Alltag.
© Otmar Heusch,
(*1953), Lyriker und Aphoristiker
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Ich werde niemals so sein wie einer
den ich ehren würde,
doch der Anteil der Enttäuschungen
über mich nimmt stetig ab.
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Otmar Heusch, (*1953), Lyriker und Aphoristiker
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